Was hat Webdesign mit Klimaschutz zu tun?

27.02.26 | Lesedauer 3 Minuten

Neugierig geworden?

Portrait Clemens Gramespacher
Clemens Gramespacher Creative Director Digital

Das Surfen im Internet scheint eine saubere Sache zu sein: Man braucht weder Papier noch giftigen Druckertoner und hinterlässt keinen Müll. Trotzdem ist es nicht klimaneutral. „Den meisten Nutzer:innen ist nicht bewusst, dass jeder Klick Energie verbraucht und damit CO2 freisetzt“, sagt Raban Sidon , Art Director und Experte für UX-Design bei 3st. „Denn das Hosting, die Übertragung der Daten, die Nutzung auf mobilen Geräten oder Desktops funktioniert nur mit Strom.“ Ein Beispiel: Das chinesische KI-Modell DeepSeek R1 setzt bei der Beantwortung von 600.000 Fragen so viel CO2 frei wie ein Langstreckenflug von London nach New York.

Nachhaltiges Webdesign ist daher kein Nice-to-have, sondern Teil einer modernen Marken- und Unternehmensführung. Es reduziert nicht nur langfristige Betriebskosten, sondern steigert auch die Glaubwürdigkeit in Zeiten, in denen die Verantwortung für die Umwelt eine immer größere Bedeutung bekommt. Und dabei geht es nicht nur um energiehungrige KI-Anwendungen, sondern eben auch um jede reguläre Website – und genau hier beraten wir unsere Kunden nachhaltig.

Radikal reduziert Schon während des Studiums war Raban von ressourcenschonendem Design fasziniert: „Als Gestalter bin ich dafür verantwortlich, Nutzer:innen schnell zu den gewünschten Inhalten zu führen. Der beste Weg dafür sind ein klares Design, optimierte Datenformate und kurze, verständliche Texte. Im Idealfall bedeutet nachhaltige Gestaltung deshalb nicht nur Ressourcenschonung, sondern auch höhere Effizienz, bessere Usability und Barrierefreiheit.“

Best Case PUMA

Um nachhaltige Gestaltung sichtbar zu machen, konzipierte Raban für seine Bachelorarbeit den Eco-Mode – eine geniale Idee, die er bei unserem Kunden Puma umsetzen konnte: Bei der Gestaltung einer Microsite für Nachhaltigkeit integrierte er einen Schalter, mit dem man per Klick von der normalen Ansicht auf eine ressourcenschonende Darstellung umschalten kann. Während sich der Default-Modus gestalterisch am Look and Feel der Corporate Website orientiert, zeigt sich der Eco-Mode in einem deutlich anderen Design: mit schwarzem statt weißem Hintergrund. Die Schrift wechselt von Schwarz in Neontöne und Weiß. Die Bilder werden automatisch gerastert und in einem Dateiformat mit geringer Dateigröße dargestellt. Ein radikaler Ansatz, der sich jedoch auch auf das Markenerlebnis auswirkt.

Zwischen Erlebnis und Effizienz Denn Markenwelten leben meist von großen, intensiven Bildern, Animationen und interaktiven Modulen – also von Elementen mit hohen Datenmengen, die viel Energie verbrauchen. Verzichtet man zu stringent darauf, ist das Design vielleicht ökologisch vorbildlich, kann aber die Brand schwächen. Hier geht es darum, bewusst zu gestalten, ohne kommunikative oder ästhetische Kompromisse einzugehen. Denn nicht alles, was technologisch möglich ist, ist auch sinnvoll.

„Unsere Kompetenz liegt darin, differenziert abzuwägen und unsere Kunden entsprechend zu beraten“, erklärt Raban. „Wir setzen bildgewaltige Erlebnisse gezielt dort ein, wo sie die Marke stärken. Barrierefreiheit denken wir von Anfang an mit. Radikalere Lösungen, die sich deutlich auf das Nutzenden-Erlebnis auswirken, empfehlen wir nur, wenn sie zu Marke, Zielgruppe und technischer Umgebung passen.“

Hosting mit grünem Strom

Entwicklung, Betrieb und Nutzung werden in all unseren Web-Projekten konsequent ressourcenschonend gestaltet – dazu gehören ein energieeffizienter, schlanker Code, minimierte Dritt-Skripte, optimierte Medien und einfache Bedienbarkeit. Doch selbst die effizienteste Website benötigt für den Betrieb Energie. Der größte Hebel für nachhaltiges Webdesign ist daher das Hosting mit grünem Strom – es reduziert den CO₂-Fußabdruck, ohne auf Funktionen verzichten zu müssen.

Wie nachhaltig ist Ihre Website?

Mit diesem kleinen Fragenkatalog können Sie bei Ihrer Website einen ersten Nachhaltigkeitscheck durchführen:

  • Nutzen Sie fürs Hosting grünen Strom – und wie transparent ist das?

  • Wie groß ist der Anteil visueller Inhalte (Bilder, Videos, Animationen) und sind diese optimiert (Komprimierung, moderne Formate, Lazy Loading etc.)?

  • Wie zugänglich ist die Website: Barrierefreiheit, klare Sprache, Kontraste, Bedienbarkeit auf mobilen Geräten?

  • Gibt es einen Dark Mode – und falls ja, wird er genutzt?

Wie messen Sie digitale Nachhaltigkeit? Gibt es KPIs oder Benchmarks (CO₂-Footprint pro Seitenaufruf, Pagespeed oder Ähnliches)?

Wenn Sie die Nachhaltigkeit Ihrer Website in Einklang mit Ihrem Markenerlebnis bringen möchten, beraten wir Sie gerne.